Geheimnis des Atems

Ich atme: atme ein und atme aus,
ich halte inne und werde still.
Ich lasse meinen Körper in den Rhythmus von Nehmen und Geben hineinwachsen.
Mit jedem Atemzug habe ich Anteil an der Welt
und gebe sie im nächsten Augenblick wieder frei.
Mit jedem Atemzug erfahre ich das Leben.
Mit jedem Atemzug strecke ich mich all dem entgegen, was mich umgibt.
Mit jedem Atemzug werde ich mehr von mir selbst,
um es sogleich zu verschenken.
In meinem Atmen liegt all meine Kraft, meine Zartheit, mein Mut.
In meinem Atmen begegne ich meiner Angst und meiner Freude.
In meinem Atmen formen sich Laute und Melodien.
In meinem Atmen spüre ich meine Enge und meine Größe.
Voller Lebendigkeit kann ich sein
in jenem einfachen Fluss
von Ein und Aus.

Andrea Daxner

Alles atmet, alles lebt.
Überall ist Lebendigkeit zu spüren,
im Wasser, in den Pflanzen, sogar im Stein.
Immer lebendiger zu werden, das ist mein Ziel.
Mein Fahrzeug ist der Atem, der den Körper beseelt.
In immer tiefere Schichten will er vordringen,
will das Erstarrte, das Unbewegliche auflösen,
will Innen und Außen verbinden, verweben.

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